|
|
Befreiung
Seelenflügel lahm,
gefangen im Netz der Depression,
verstricke ich mich in Finsternis.
Fäden der Trauer kleben an mir.
Wo bist du, Sonne,
deren Licht die Spinne vertreibt,
die mir mein Blut vergiftet?
Wo bist du Regen,
dessen Wasser meine Fesseln aufweicht
und meiner spröden Dürre Labsal ist?
Da!
Ein Sturm entreißt mich den Fängen der Dunkelheit.
Ich falle tief.
Tiefer noch, als das Gefängnis mich hielt.
Angst und Verzweiflung
bringen meine Flügel zum Schlagen.
Was vorher lahm und verklebt
ist nun frei und stark.
Schwindelnde Höhen,
unendliche Weiten.
Ich erhebe mich über Gefahren hinweg.
Mein geklärtes Auge sieht dich,
in das ich vorher blind gestürzt.
Du kannst mich nicht mehr täuschen,
Illusion und Schmerz.
Dein Stachel ist gezogen,
dein Gift nun Medizin.
Ich zerreiße die Fäden
und Schwingen der Liebe
tragen mich zur Freiheit hin.
© Magdalena Bott


|
|