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Der traurige Clown

Er bringt Groß und Klein zum Lachen,
treibt allerhand verrückte Sachen,
im Zirkusrund und auf der Straße
auf Festen und auf Feiern,
da macht Alfredo, der große Clown,
seine Späße mit Fidel und Posaun.

Doch wenn dann die große Schau zu Ende ist,
wird es in ihm leer und trist.
Er wischt sich seine Schminke ab
und schlüpft aus seinem Clownskostüm,
und geht alleine einsam heim,
zu trösten sich beim Gläschen Wein.

Große Not ist in ihm drinnen.
Er kann ihr nur durch`s Spiel entrinnen.
Im Fideln und Posaunen und mancher Neckerei
entfaltet sich, was in ihm steckt.
Er bringt den Menschen manche Freude,
doch hilft`s ihm nicht in seinem Leide.

Niemand ist da, der ihn richtig kennt.
Allein ist er, wenn`s innen brennt.
Und traurig weint er manche Träne
zurückgezogen von der Welt.
Hat keine Liebe, die ihn nährt
und niemand, der nach ihm begehrt.

Nur auf der Bühne ist er geliebt,
wenn er Klamauk zum Besten gibt.
Dann blüht er auf in Spaß und Spiel
und scherzt und lacht ganz unbefangen.
Doch kaum ist seine Show vorüber,
wird`s um ihn auch wieder trüber.

So geht`s mit ihm tagein tagaus
mit Lachen und mit Weinen.
Er sehnt herbei das große Aus,
den Tod wünscht sich Alfredo.
Doch geht`s noch Jahre mit ihm weiter.
Tapfer kämpft er, müd` und heiter,
bis ihm das Ende dann ereilt
und er in andern Sphären weilt.

Die Welt erinnert sich an ihn
als lustigen Gesellen,
und niemand ahnt, was ihn bewegte,
welch Trauer und Dunkel er innen hegte.


© Magdalena Bott

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