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Über die Freiheit

Jeder ist so frei, wie er sich fühlt. Denn Freiheit findet im Kopf statt. Du kannst im Gefängnis sitzen und dich trotzdem frei fühlen. Freiheit hängt auch viel mit dem zusammen, was wir aus unserem Leben mit uns bringen. Sind wir aus irgendwelchen Gründen an Menschen gebunden, die wir aus der Vergangenheit mit uns herum schleppen, weil wir noch nicht die Probleme mit ihnen aufgearbeitet haben, sind wir schon weniger frei. Auch Erziehungsmuster können uns knechten, moralische Doktrine und andere Einimpfungen, sei es aus Religion oder Schule.
Bevor man diese Muster nicht aufgelöst hat und sozusagen entprogrammiert ist, kann man nicht richtig frei sein. Daher sind es auch die wenigsten. Viele streben nach Freiheit, wissen aber eigentlich gar nicht, was sie ist.

Ich habe schon vielen Diskussionen beigewohnt, die sich um das Thema Freiheit drehten. Die Menschen, die ich als wirklich frei empfunden habe, hatten es nie nötig, über Freiheit zu diskutieren. Das Thema kam erst gar nicht auf. Es war halt so und man genoss sich gegenseitig.
Wenn ich von Freiheit spreche, meine ich immer die innere Freiheit. Wenn der Geist frei ist, bin auch ich frei. Wir haben alle unsere äußeren Beschränkungen. Sei es eine körperliche Behinderung, oder berufliche, familiäre Verpflichtungen. Das kann viel sein. Aber es kann mich nicht daran hindern, einen freien Kopf und ein freies Herz zu haben.
Jemand, der wirklich frei ist, hat eine große Toleranz allem gegenüber. Ein unfreier Mensch kann nicht tolerant sein. Unfreie Menschen sind auch meist nicht ehrlich. Zumindest darin, worin sie unfrei sind. Ein freier Mensch hat´s gar nicht nötig, anderen was vorzumachen. Er steht zu sich selbst und lässt anderen auch ihre Freiheit. Er hat´s auch nicht nötig, Macht auszuüben, da er sich selbst genügt.

Die wirklich Freien sind oft Einzelgänger oder besser gesagt, keine, die in der Masse mitlaufen. Außenseiter halt. D.h. nicht, dass sie nicht anpassungsfähig oder asozial wären. Im Gegenteil, sie sind sehr flexibel und sozial stark, weil sie eine gefestigte Persönlichkeit besitzen, die oft humane Ziele verfolgt. Die sog. Freidenker sind es auch, die der Gesellschaft gute und brauchbare Anregungen geben können. Sie treten auch nie als Weltverbesserer auf, weil sie wissen, dass jeder bei sich anfangen muss. Sie erheben gar nicht den Anspruch auf eine bessere Welt, sondern machen das Beste aus dem, was sie vorfinden. Wer wirklich begriffen hat, dass man nur sich selbst ändern muss und kann, wird eine große Erleichterung finden, in der Erkenntnis, dass es vergebliche Mühe ist, die Umwelt ändern zu wollen. Es sei denn, es handelt sich um einen Fanatiker, der einfach nicht aufgeben will, andere zu missionieren. Das wäre dann das genaue Gegenteil von einem freien Menschen. Ein freier Mensch steht auch den Wandlungen des Lebens immer offen gegenüber. Er kann sich Veränderungen flexibel anpassen und sucht auch diese immer, um sein Leben noch verbessern zu können.

spiel dich frei

wo ist das Kind
das du einst warst
das kreativ und frei
voller Ideen war
es lebt in dir
entdecke es
und hör ihm zu

es singt und pfeift
es juchzt und lacht
und will dir was erzählen
die Großen wollten es klein halten
aber es ist noch da
und reicht dir seine Hand
spiel mit ihm
spiel dich frei
und schenke ihm den Raum
in dem es toben kann

hör nicht auf die Stimmen
die dir sagen wollen
dass du töricht bist
die dich in ein Schema pressen
das nicht deines ist
dein Kind in dir will leben
will glücklich sein
leih ihm dein Ohr
und dein Herz
nur so kannst du dich befrein

© Magdalena Bott

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