Die Angst des Schriftstellers vor dem leeren Blatt
Bleistift kauen, die Stirn runzeln. vor sich das Blatt, es ist weiß, es ist leer. nur nicht kritzeln, nicht das jungfräuliche Papier mit Gekrakel verunstalten. zerbissener Bleistift, nass am oberen Ende und noch kein Wort. wofür ein Wort, wofür ein Satz, wofür schreiben. ein dicker Bleistiftstrich quer über das Blatt, noch einer daneben, Striche kreuz und quer, wütendes Gekrakel. scheiß dir auf das weiße Papier. zerknüllen und in die Ecke schmeißen, den Bleistift hintendrein. da wo der Papierhaufen liegt, abgebrochene, zerkaute Bleistifte, die wie Holzscheite aus dem zerknüllten Berg hervorspitzen.
wieder ein weißes Blatt…
© Magdalena Bott
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